Yakin über Romano: «Kein Entscheid gegen uns»

Murat Yakin hat sich erstmals ausführlicher zum Verbandswechsel von Alessandro Romano geäussert. Der Schweizer Nationaltrainer nimmt dem 20-jährigen Mittelfeldspieler dessen Entscheidung für Italien nicht übel. «Es war kein Entscheid gegen uns», stellte Yakin bei der Bekanntgabe des neuen Nati-Kaders klar.

Der Schweizerische Fussballverband hatte bis zuletzt versucht, Romano von einer Zukunft mit der Schweizer A-Nationalmannschaft zu überzeugen. Yakin machte deutlich, dass die Verantwortlichen aus seiner Sicht alles unternommen hätten, was möglich gewesen sei. Romano habe letztlich mit dem Herzen entschieden. Nun wolle man verfolgen, wie sich dessen Weg mit Italien entwickle, und wünsche ihm dafür alles Gute.

Damit schlägt Yakin versöhnliche Töne an. Romano wurde in Winterthur geboren und durchlief mehrere Schweizer Nachwuchsauswahlen, entschied sich nach seinem Durchbruch in der Serie A aber für die italienische Nationalmannschaft. Über Romanos Entscheidung für Italien hatten wir bereits berichtet. Inzwischen hat die FIFA den beantragten Verbandswechsel genehmigt.

Yakin akzeptiert Romanos Entscheidung

Für den Schweizer Nationaltrainer steht vor allem die persönliche Entscheidung des Spielers im Vordergrund. Yakin betonte, dass ein Verband letztlich keinen Einfluss darauf habe, für welches Land sich ein Doppelbürger entscheide. Entscheidend sei, wo sich ein Spieler emotional zugehörig fühle.

Der SFV hatte Romano eine konkrete Perspektive in der A-Nationalmannschaft aufgezeigt. Yakin und die Verantwortlichen standen mit dem Mittelfeldspieler in Kontakt und bemühten sich darum, ihn im Schweizer System zu halten. Der 20-Jährige entschied sich dennoch für Italien.

Für Yakin bedeutet dies allerdings nicht, dass Romano die Schweiz bewusst abgelehnt habe. Mit seiner Aussage «Es war kein Entscheid gegen uns» machte der Nationaltrainer deutlich, dass er die Wahl nicht als persönlichen Affront oder als Kritik an der Schweizer Nationalmannschaft versteht.

FIFA hat Verbandswechsel genehmigt

Die sportrechtlichen Voraussetzungen für Romanos Wechsel sind mittlerweile geschaffen. Die FIFA gab am 10. September grünes Licht für den Wechsel seiner internationalen Spielberechtigung von der Schweiz zu Italien.

Damit kann Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini den Mittelfeldspieler künftig für die Squadra Azzurra aufbieten. Italienische Medien rechnen bereits damit, dass Romano zeitnah in den Kreis der A-Nationalmannschaft aufgenommen wird.

Der gebürtige Winterthurer spielt seit diesem Sommer für Cagliari. Der Serie-A-Klub verpflichtete ihn von der AS Roma auf Leihbasis mit einer Kaufpflicht, die bei bestimmten sportlichen Bedingungen greift. Sein Vertrag ist bis Sommer 2032 ausgelegt.

Starker Saisonstart in Cagliari

Romano hat sich in Italien mit starken Leistungen schnell in den Vordergrund gespielt. Bei seinem ersten Serie-A-Einsatz von Beginn an erzielte er gegen Parma den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg. Auch in den folgenden Partien erhielt der zentrale Mittelfeldspieler viel Einsatzzeit.

Für die Schweiz endet damit eine lange gemeinsame Nachwuchszeit. Romano spielte von den Juniorenauswahlen bis zur U20 für den SFV und gehörte über Jahre zu den grössten Talenten seines Jahrgangs. Yakin verzichtet dennoch auf Kritik und akzeptiert, dass Romano seinen internationalen Weg künftig mit Italien fortsetzen möchte.

🏆 ROMANOS NÄCHSTE SCHRITTE

  • Die FIFA hat den Verbandswechsel von der Schweiz zu Italien am 10. September genehmigt.
  • Romano ist damit für die italienische Nationalmannschaft spielberechtigt.
  • Der 20-Jährige steht bei Cagliari unter Vertrag und trägt in dieser Saison die Rückennummer 4.
  • Italiens nächstes Aufgebot für die Nations League wird am 18. September erwartet.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert