Boehly geht – Schweizer Wyss bleibt Chelsea-Eigentümer
Beim FC Chelsea werden die Machtverhältnisse neu geordnet. Todd Boehly und Mark Walter verkaufen ihre Beteiligungen an Clearlake Capital, das damit die volle Kontrolle über den Premier-League-Klub übernimmt. Der Schweizer Unternehmer Hansjörg Wyss bleibt dagegen als Minderheitseigentümer an Chelsea beteiligt.
Clearlake übernimmt die Anteile von Boehly und Walter und erhöht seine Beteiligung damit nach Angaben von Sky Sports auf 86,5 Prozent. Wyss hält weiterhin 13,5 Prozent. Die Transaktion bewertet Chelsea mit rund fünf Milliarden Pfund. Boehly gibt gleichzeitig seinen Posten als Chairman des Londoner Klubs ab.
Damit bleibt aus Schweizer Sicht ausgerechnet Hansjörg Wyss als einziger der bisherigen drei Minderheitsinvestoren an Bord. Der Berner Unternehmer gehörte bereits 2022 zu jener Investorengruppe, die Chelsea gemeinsam mit Clearlake nach dem Ende der Ära von Roman Abramovich übernommen hatte.
Clearlake übernimmt die Kontrolle
Chelsea bestätigte den Eigentümerwechsel offiziell. Clearlake Capital erwirbt sowohl die Beteiligung von Todd Boehly als auch jene von Mark Walter und erhält damit die vollständige Kontrolle über den Klub.
An den täglichen Abläufen soll sich durch die neue Struktur vorerst nichts ändern. Chelsea betont ausdrücklich, dass weder die operative Führung noch die aktuelle Strategie angepasst werde. Behdad Eghbali und José E. Feliciano, die beiden Clearlake-Mitgründer, bleiben damit die zentralen Figuren auf Eigentümerseite.
Boehly war seit der Übernahme 2022 das prominenteste Gesicht der neuen Chelsea-Führung. Besonders in der ersten Phase trat der US-Amerikaner auch bei Transfers und sportlichen Entscheidungen stark in Erscheinung. In den vergangenen Jahren hatte sich das operative Gewicht jedoch zunehmend in Richtung Clearlake verschoben.
Wyss bleibt Teil des Projekts
Hansjörg Wyss geht diesen Schritt nicht mit. Chelsea bezeichnet den Schweizer weiterhin als wichtigen Anteilseigner und Partner innerhalb der Eigentümergruppe.
Der heute 91-jährige Wyss beteiligte sich 2022 gemeinsam mit Boehly und Walter am Kauf des Klubs. Damals bezahlte die Investorengruppe 2,5 Milliarden Pfund für Chelsea und verpflichtete sich zusätzlich zu erheblichen Investitionen in den Verein und dessen Infrastruktur.
Mit dem Ausstieg von Boehly und Walter vereinfacht sich nun die Eigentümerstruktur. Clearlake besitzt die klare Mehrheit und kann zentrale strategische Entscheidungen künftig ohne die bisherige Aufteilung der Macht treffen.
Auch sportlich befindet sich Chelsea im Umbruch
Die Veränderungen in der Führung kommen in einer Phase, in der auch die Mannschaft neu ausgerichtet wird. Xabi Alonso übernahm Chelsea im Sommer und soll den Klub sportlich wieder dauerhaft in die englische Spitze führen.
Der Saisonstart verlief nicht ohne Rückschläge. Anfang September verlor Chelsea das London-Derby beim FC Arsenal mit 1:2. Den Derbysieg von Arsenal gegen Chelsea entschieden Kai Havertz und Martin Ødegaard zugunsten des amtierenden Meisters.
Clearlake kündigte nach der Neuordnung an, weiter in Infrastruktur, sportliche Leistung und Spielerentwicklung investieren zu wollen. Der strategische Kurs des Klubs soll trotz des prominenten Abgangs von Boehly grundsätzlich beibehalten werden.
- Clearlake Capital hält nach der Neuordnung rund 86,5 Prozent der Anteile.
- Hansjörg Wyss bleibt mit rund 13,5 Prozent als Minderheitseigentümer beteiligt.
- Todd Boehly verlässt neben der Eigentümergruppe auch seinen Posten als Chairman.
- Sportlich wartet auf Chelsea am Freitag, 18. September, das Premier-League-Auswärtsspiel bei Brentford.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert