Juventus steckt seit sechs Jahren fest – Spallettis Zahlen täuschen
Bei Juventus ist die Krise längst strukturell. Seit dem letzten Scudetto 2019/20 sind sechs komplette Meisterschaften ohne Titel vergangen, 2025/26 endete sogar mit Platz sechs und dem Verpassen der Champions League. Die Reaktion war drastisch: Im Sommer wurde die operative und sportliche Führung umgebaut – geblieben ist ausgerechnet Luciano Spalletti, dessen Bilanz nach fast einem Jahr zwar ordentlich aussieht, den Ansprüchen des Rekordmeisters aber nicht genügt. Das 2:3 bei Sassuolo ist deshalb nicht einfach eine frühe Niederlage in der neuen Saison. Juventus steht nach vier Spieltagen bei sieben Punkten, nachdem zuvor Frosinone und Parma bezwungen worden waren und gegen Milan ein 1:1 resultierte. Doch der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt das eigentliche Problem: Seit 2020 landete Juventus in der Serie A auf den Plätzen 4, 4, 7, 3, 4 und 6. Die Mannschaft, die zuvor neun Meisterschaften in Serie gewonnen hatte, befindet sich inzwischen im siebten Anlauf auf den nächsten Scudetto. Der vergangene Sommer war entsprechend kein Zeichen von Kontinuität, sondern die Konsequenz eines sportlichen Fehlschlags. CEO Damien Comolli verliess Juventus am 12. Juni 2026 nach nur einem Jahr mit sofortiger Wirkung. Offiziell sprach der Klub von einem Rücktritt beziehungsweise einer Trennung im gegenseitigen Einvernehmen. Noch am selben Tag wurde Giovanni Carnevali zum neuen CEO und General Manager ernannt. Anfang Juli folgte mit Frederic Massara als Chief Football Officer eine weitere zentrale Neubesetzung, während Giorgio Chiellini eine neue Führungsfunktion als Chief Club Affairs Officer übernahm und Marco Ottolini Sporting Director blieb.
Weiterlesen