Athekame blüht in Lyon auf – Schweizer will zurück zur AC Milan
Zachary Athekame entwickelt sich bei Olympique Lyon zu einer wichtigen Stammkraft. Der 21-jährige Schweizer Rechtsverteidiger, der im August 2026 von der AC Milan nach Frankreich ausgeliehen wurde, überzeugt mit zwei Toren und zwei Assists in seinen ersten sechs Ligue-1-Spielen. Unter Trainer Paulo Fonseca erhält der ehemalige YB-Spieler regelmässig Einsatzzeit. Sein langfristiges Ziel bleibt jedoch die Rückkehr nach Mailand.
Athekame hat sich in Lyon bemerkenswert schnell durchgesetzt. In seinen ersten sechs Meisterschaftsspielen steht er jeweils von Beginn an auf dem Platz und absolviert sämtliche 540 Minuten. Besonders eindrücklich verläuft der September: Gegen Auxerre erzielt er seinen ersten Ligue-1-Treffer, beim 4:0 gegen Rennes steuert er ein Tor und eine Vorlage bei. Damit verbindet er defensive Aufgaben mit offensiver Durchschlagskraft.
Die Entwicklung ist auch für die Schweizer Nationalmannschaft von Bedeutung. Nach dem Rücktritt von Silvan Widmer sucht Murat Yakin neue Lösungen auf der rechten Abwehrseite. Athekame gehört inzwischen zum Kreis der A-Nationalspieler und kann sich mit seinen Leistungen in Frankreich langfristig empfehlen. Gleichzeitig bleibt seine Zukunft eng mit der AC Milan verbunden, wo er noch bis 2030 unter Vertrag steht.
Von der Ersatzrolle in Mailand zum Stammspieler
Als Zachary Athekame im Sommer 2025 von den Young Boys zur AC Milan wechselte, war dies ein bedeutender Karriereschritt.
Der italienische Traditionsklub verpflichtete den jungen Schweizer für rund zehn Millionen Franken. In seiner ersten Serie-A-Saison kam er auf 27 Meisterschaftseinsätze, stand allerdings häufig nicht in der Startformation.
Unter Massimiliano Allegri sammelte er wertvolle Erfahrungen im taktisch anspruchsvollen italienischen Fussball.
Mit dem späteren Trainerwechsel zu Rúben Amorim veränderten sich die sportlichen Anforderungen. Amorim bevorzugt eine Dreierabwehr mit offensiv ausgerichteten Aussenspielern.
Athekame fühlt sich dagegen in einer Viererkette besonders wohl. Nach Gesprächen mit dem neuen Trainer entschied er sich für einen vorübergehenden Wechsel.
Lyon bietet genau die richtige Bühne
Am 14. August 2026 wurde die Leihe zu Olympique Lyon offiziell bekannt gegeben. Die Vereinbarung läuft bis zum Saisonende und beinhaltet keine Kaufoption.
Bei Trainer Paulo Fonseca erhält Athekame auf Anhieb grosses Vertrauen.
Schon beim 2:0 gegen Toulouse absolviert er die gesamte Partie. Gegen Le Havre bereitet er anschliessend den Ausgleich durch Loïs Openda vor.
Den nächsten Höhepunkt erlebt er beim 3:1-Heimsieg gegen Auxerre. Nach einer Ablage von Openda trifft der Schweizer in der 31. Minute mit einem flachen Abschluss aus der Distanz.
Beim 4:0 gegen Rennes am 19. September folgt die nächste starke Leistung mit einem Tor und einer Vorlage.
Warum Athekames Spielweise überzeugt
Der Genfer verbindet Tempo mit offensivem Mut und taktischer Flexibilität.
Als rechter Aussenverteidiger sucht er regelmässig den Weg nach vorne. Seine Läufe schaffen zusätzliche Anspielstationen und ermöglichen Überzahlsituationen auf dem Flügel.
Dabei ist er nicht ausschliesslich auf Flanken angewiesen. Seine beiden Saisontore zeigen, dass er auch selbst gefährlich abschliessen kann.
Entscheidend ist zudem seine körperliche Entwicklung. In Lyon muss Athekame Woche für Woche gegen schnelle und technisch starke Gegenspieler bestehen.
Der französische Fussball verlangt dabei sowohl defensive Disziplin als auch explosive offensive Aktionen.
Seine sechs vollständigen Meisterschaftseinsätze zeigen, dass Fonseca ihm bereits eine grosse Verantwortung überträgt.
Die AC Milan bleibt sein grosses Ziel
Trotz seines gelungenen Starts in Frankreich denkt Athekame weiterhin an Mailand.
Im September erklärte er im Gespräch mit RSI, dass er seine erste Saison bei Milan positiv bewerte. Die italienische Meisterschaft habe ihm taktisch viel beigebracht.
Auch seinen Wechsel nach Lyon sieht er als bewusste Entscheidung für die sportliche Weiterentwicklung.
Gleichzeitig betonte er, dass er weiterhin Spieler der AC Milan sei und gerne zurückkehren möchte.
Die vertragliche Ausgangslage unterstützt diesen Wunsch.
Da Lyon keine Kaufoption besitzt, ist eine Rückkehr nach der Saison 2026/27 vorgesehen.
Ob Athekame anschliessend bei den Rossoneri eine grössere Rolle erhält, hängt von seinen weiteren Leistungen und den taktischen Plänen des Vereins ab.
Auch Murat Yakin profitiert
Für die Schweizer Nationalmannschaft kommt Athekames Entwicklung zu einem wichtigen Zeitpunkt.
Nach dem Rücktritt von Silvan Widmer Ende August 2026 benötigt die Nati neue Lösungen auf der rechten Defensivseite.
Mit Athekame und Alessandro Britschgi stehen zwei jüngere Spieler zur Verfügung, die bereits Erfahrung in europäischen Spitzenligen sammeln.
Athekame bringt dafür ein interessantes Profil mit. Seine offensiven Qualitäten können besonders dann wertvoll sein, wenn die Schweiz gegen defensiv organisierte Gegner selbst das Spiel bestimmen muss.
Gleichzeitig muss er seine Defensivarbeit weiterentwickeln, um sich dauerhaft als internationaler Stammspieler zu etablieren.
Eine Leihe mit langfristiger Perspektive
Athekames Aufstieg verläuft aussergewöhnlich schnell.
Über Neuchâtel Xamax und die Young Boys führte ihn sein Weg innerhalb weniger Jahre zur AC Milan und weiter zu Olympique Lyon.
Nun erhält er erstmals über einen längeren Zeitraum die Gelegenheit, regelmässig in einer der grossen europäischen Ligen von Beginn an zu spielen.
Die bisherigen Leistungen sind vielversprechend. Entscheidend wird sein, ob er diese Konstanz über eine gesamte Saison bestätigen kann.
Gelingt ihm das, dürfte die AC Milan im kommenden Sommer einen wesentlich erfahreneren Spieler zurückerhalten.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert