Erste Frauen-Klub-WM 2028 in den USA – sieben Teams bereits qualifiziert
Die USA werden im Januar 2028 die erste FIFA-Klub-Weltmeisterschaft der Frauen austragen. Das hat der Ratsausschuss des Weltfussballverbandes am Donnerstag, 22. Oktober 2026, entschieden. Insgesamt nehmen 19 Klubs aus allen sechs Kontinentalverbänden teil, darunter die europäischen Spitzenmannschaften Arsenal und FC Barcelona.
Das Turnier findet vom 5. bis 30. Januar 2028 statt und wird künftig alle vier Jahre ausgetragen. Sieben Mannschaften haben sich bereits qualifiziert. Neben Arsenal und Barcelona stehen auch Gotham FC, Club América, Corinthians, Wuhan Jiangda und Naegohyang aus Nordkorea als Teilnehmer fest. Die FIFA setzt bei der Qualifikation auf sportliche Ergebnisse in den kontinentalen Klubwettbewerben.
Für den Schweizer Frauenfussball ist insbesondere Barcelona interessant. Bei den Katalaninnen steht Nationalspielerin Sydney Schertenleib unter Vertrag, die sich mit starken Leistungen in der Women’s Champions League etabliert hat. Auch Schweizer Vereine können sich über die europäischen Wettbewerbe grundsätzlich für die neue Klub-WM qualifizieren.
FIFA entscheidet sich für die USA
Nach der Männer-Klub-WM 2025 erhalten die Vereinigten Staaten erneut einen bedeutenden internationalen FIFA-Wettbewerb.
Bei der Auswahl überzeugten insbesondere die vorhandene Stadioninfrastruktur, die Organisationserfahrung und das grosse Interesse am Frauenfussball.
Die amerikanische National Women’s Soccer League gehört zu den professionellsten Frauenfussball-Meisterschaften der Welt. Mit Gotham FC steht bereits ein Vertreter der Gastgebernation als Teilnehmer fest.
FIFA-Frauenfussballchefin Sarai Bareman sieht in der Premiere eine wichtige Gelegenheit, den internationalen Klubfussball weiterzuentwickeln und neue Zuschauergruppen zu erreichen.
Sieben Vereine bereits für die Premiere qualifiziert
Das Teilnehmerfeld nimmt bereits konkrete Formen an.
Aus Europa sind Arsenal und Barcelona dabei. Die beiden Vereine gewannen die Women’s Champions League 2025 beziehungsweise 2026.
Mit Gotham FC und Club América reisen zwei Vertreter aus Nord- und Mittelamerika an. Südamerika wird unter anderem durch Corinthians aus Brasilien vertreten.
Auch Asien ist bereits doppelt vertreten. Wuhan Jiangda aus China und Naegohyang aus Nordkorea haben sich ihre Startplätze gesichert.
Die weiteren Teilnehmer werden anhand der kontinentalen Leistungen aus dem Qualifikationszeitraum bis 2027 ermittelt.
So funktioniert die neue Frauen-Klub-WM
Der Wettbewerb beginnt mit sechs Mannschaften in einer vorgeschalteten Qualifikationsrunde.
Die drei Sieger erreichen die Gruppenphase und treffen dort auf 13 direkt qualifizierte Vereine.
Anschliessend spielen 16 Mannschaften in vier Gruppen mit jeweils vier Teams. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe erreichen den Viertelfinal.
Danach geht es im klassischen K.-o.-System bis zum Endspiel weiter.
Europa erhält fünf direkte Gruppenplätze und einen Platz in der vorgeschalteten Qualifikation. Die vier Kontinentalverbände Asiens, Afrikas, Nord- und Mittelamerikas sowie Südamerikas bekommen jeweils zwei direkte Plätze und einen Qualifikationsplatz.
Ozeanien ist mit einer Mannschaft in der Qualifikation vertreten.
Schweizerinnen erhalten neue internationale Perspektive
Die Teilnahme Barcelonas ist auch aus Schweizer Sicht besonders interessant.
Sydney Schertenleib gehört beim spanischen Spitzenklub zum Kader und entwickelt sich zunehmend zu einer wichtigen Spielerin. Sollte sie 2028 weiterhin für Barcelona auflaufen, könnte sie bei der historischen Premiere dabei sein.
Auch für die Schweizer Frauenklubs entsteht eine zusätzliche sportliche Perspektive.
Die Qualifikation erfolgt über Erfolge in der UEFA Women’s Champions League und eine entsprechende Klubrangliste. Ein eigener garantierter Startplatz für die Schweiz besteht nicht.
Damit gewinnen internationale Resultate für Vereine wie Servette Chênois, den FC Zürich oder die YB Frauen weiter an Bedeutung.
Termin im Januar sorgt für Herausforderungen
Die Austragung vom 5. bis 30. Januar bringt allerdings organisatorische Schwierigkeiten mit sich.
Während die amerikanische Meisterschaft zu diesem Zeitpunkt pausiert, befinden sich zahlreiche europäische Ligen mitten in ihrer Saison.
Besonders in England könnten mehrere Meisterschaftsrunden sowie nationale Cupspiele betroffen sein.
Die Women’s Super League hat bereits Bedenken hinsichtlich der zusätzlichen Belastung und möglicher Spielverschiebungen geäussert.
Hinzu kommt der internationale Kalender: 2027 findet die Frauen-Weltmeisterschaft in Brasilien statt, im Sommer 2028 folgen die Olympischen Spiele in Los Angeles.
Die FIFA muss deshalb bei der weiteren Turnierplanung die Belastung der Spielerinnen und die Interessen der beteiligten Klubs berücksichtigen.
Mit der Vergabe an die USA ist der wichtigste organisatorische Grundentscheid gefallen. Die konkreten Austragungsstädte und Stadien werden in einem nächsten Schritt bestimmt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert