Palmeiras nach Penalty-Krimi im Libertadores-Final – Carlos Miguel wird zum Helden
Palmeiras steht im Final der Copa Libertadores 2026. Der brasilianische Spitzenklub verliert das Halbfinal-Rückspiel gegen Fluminense am Mittwochabend, 21. Oktober, zwar mit 0:1, setzt sich im anschliessenden Penaltyschiessen aber mit 5:3 durch. Torhüter Carlos Miguel wird mit einer entscheidenden Parade zum Matchwinner und lässt die mehr als 40’000 Zuschauer in São Paulo jubeln.
Nach dem 2:1-Auswärtssieg im Hinspiel hat Palmeiras zunächst die bessere Ausgangslage. Fluminense kämpft jedoch entschlossen um den Finaleinzug und gleicht die Gesamtwertung durch einen Treffer von Hércules in der 82. Minute aus. Damit muss die Entscheidung vom Penaltypunkt fallen. Während Palmeiras sämtliche fünf Versuche verwandelt, scheitert Nonato an Carlos Miguel.
Für die Mannschaft von Trainer Abel Ferreira ist es der zweite Libertadores-Final in Folge. Am 28. November wartet im Estadio Centenario in Montevideo entweder Flamengo oder Estudiantes de La Plata. Palmeiras könnte nach den Triumphen von 1999, 2020 und 2021 zum vierten Mal den bedeutendsten südamerikanischen Klubwettbewerb gewinnen.
Palmeiras verteidigt lange den Vorsprung
Vor 40’425 Zuschauern im Nubank Parque von São Paulo entwickelt sich eine intensive, aber zunächst chancenarme Begegnung.
Palmeiras geht mit einem 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel in die Partie. Die Mannschaft von Abel Ferreira konzentriert sich deshalb auf defensive Stabilität und versucht, mit schnellen Gegenangriffen zum Erfolg zu kommen.
Fluminense übernimmt zunehmend die Spielkontrolle. Die Gäste besitzen mehr Ballbesitz, finden gegen die kompakte Abwehr von Palmeiras jedoch kaum freie Räume.
Besonders das Fehlen von Martinelli macht sich im Mittelfeld bemerkbar. Bei Palmeiras fehlt mit Vitor Roque ebenfalls ein wichtiger Offensivspieler.
Fluminense setzt auf die Erfahrung von Thiago Silva in der Abwehr sowie auf Hulk und Paulo Henrique Ganso im Angriff.
Bis zur Pause gelingt keiner Mannschaft ein Treffer. Palmeiras bleibt damit auf Finalkurs.
Fluminense kämpft sich zurück
Auch nach dem Seitenwechsel verändert sich das Spielgeschehen zunächst wenig.
Die Gäste aus Rio de Janeiro suchen geduldig nach Möglichkeiten, während Palmeiras seine defensive Organisation beibehält.
Mit zunehmender Spieldauer erhöht Fluminense den Druck. Trainer Marcão bringt frische Offensivkräfte und versucht, die Abwehr der Gastgeber stärker auseinanderzuziehen.
Die entscheidende Veränderung gelingt durch die Einwechslung von Wesley Natã und Samuel Xavier.
In der 82. Minute kombinieren sich die Gäste über die rechte Angriffsseite nach vorne. Wesley Natã legt den Ball für Hércules auf, der von der Strafraumgrenze präzise zum 1:0 einschiesst.
Der Treffer sorgt für grosse Spannung. Nach dem 2:1 für Palmeiras im Hinspiel steht es insgesamt 2:2.
Palmeiras versucht sofort zu reagieren. In der Schlussphase ergeben sich noch einige Möglichkeiten, doch ein Ausgleich fällt nicht mehr.
Damit muss das Penaltyschiessen über den ersten Finalteilnehmer entscheiden.
Carlos Miguel hält Palmeiras im Wettbewerb
Palmeiras beginnt das Penaltyschiessen. Der eingewechselte Maurício verwandelt seinen Versuch sicher.
Thiago Silva gleicht für Fluminense aus. Anschliessend treffen Gustavo Gómez, Hércules, Ramón Sosa und Guilherme Arana.
Auch Joaquín Piquerez behält die Nerven und bringt Palmeiras mit 4:3 in Führung.
Danach folgt die entscheidende Szene.
Nonato tritt als vierter Schütze von Fluminense an. Der Mittelfeldspieler platziert seinen Versuch, doch Carlos Miguel entscheidet sich für die richtige Ecke und pariert.
Nun kann Marlon Freitas mit dem fünften Penalty alles entscheiden.
Der Mittelfeldspieler verwandelt gegen Fluminense-Torhüter Fábio und sichert Palmeiras mit dem 5:3 den Einzug in den Final.
Die Spieler stürmen zu Carlos Miguel und feiern den Erfolg gemeinsam mit den Anhängern.
Abel Ferreira erreicht seinen vierten Libertadores-Final
Für Trainer Abel Ferreira ist der Erfolg ein weiterer Meilenstein seiner bemerkenswerten Zeit bei Palmeiras.
Der Portugiese übernahm die Mannschaft im November 2020 und führte sie bereits 2020 und 2021 zum Gewinn der Copa Libertadores.
2025 erreichte Palmeiras erneut den Final, musste sich damals allerdings Flamengo geschlagen geben.
Nun steht der Klub zum vierten Mal unter Ferreira im Endspiel.
Auch national kämpft Palmeiras weiterhin um wichtige Titel. Neben der brasilianischen Meisterschaft ist die Mannschaft noch im nationalen Cup vertreten.
Im brasilianischen Klubfussball herrscht derzeit viel Bewegung. Beim Stadtrivalen Corinthians wurde mit Clarence Seedorf ein neuer Trainer verpflichtet, während Palmeiras unter Ferreira seine erfolgreiche Entwicklung fortsetzt.
Final am 28. November in Montevideo
Der Gegner von Palmeiras wird im zweiten Halbfinal zwischen Flamengo und Estudiantes de La Plata ermittelt.
Das Rückspiel findet am Donnerstag, 22. Oktober, im Maracanã von Rio de Janeiro statt.
Das Endspiel ist für den 28. November im traditionsreichen Estadio Centenario in Montevideo vorgesehen.
Für Palmeiras bietet sich damit die Gelegenheit, nach fünf Jahren erneut Südamerikas wichtigsten Klubtitel zu gewinnen.
Fluminense bleibt dagegen nur die Enttäuschung. Der Klub gewinnt zwar in São Paulo, scheitert jedoch im Penaltyschiessen und verpasst die Rückkehr in den Libertadores-Final.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert