UEFA bestraft Serbien – Geisterspiel gegen Deutschland
Das Nations-League-Spiel zwischen Serbien und Deutschland am 13. November 2026 in Belgrad findet ohne Zuschauer statt. Die UEFA bestraft den serbischen Fussballverband wegen rassistischen und diskriminierenden Verhaltens seiner Anhänger. Auch deutsche Fans erhalten keinen Zutritt zum Stadion Rajko Mitić.
Der Deutsche Fussball-Bund hat die betroffenen Ticketbewerber am Donnerstag, 22. Oktober, über den Zuschauerausschluss informiert. Der serbische Verband hatte zuvor versucht, wenigstens Kindern und rund 2’000 deutschen Anhängern den Stadionbesuch zu ermöglichen. Der geplante Einlass deutscher Gästefans ist damit hinfällig.
Sportlich besitzt die Begegnung grosse Bedeutung. Deutschland liegt in der Nations-League-Gruppe A2 mit fünf Punkten auf Rang drei, drei Zähler hinter den Niederlanden und Griechenland. Die Mannschaft von Jürgen Klopp benötigt weitere Punkte für den Viertelfinaleinzug. Bereits beim ersten Duell zwischen Deutschland und Serbien waren serbische Gästefans von einer UEFA-Sanktion betroffen.
UEFA reagiert auf rassistische Vorfälle
Die Sanktion geht auf zwei Begegnungen der serbischen Nationalmannschaft im September zurück. Sowohl gegen Griechenland als auch gegen die Niederlande kam es zu rassistischem und diskriminierendem Verhalten serbischer Zuschauer.
Beide Spiele verlor Serbien mit 1:2. Die UEFA untersuchte die Vorfälle in einem gemeinsamen Disziplinarverfahren und verhängte eine Sperre für ein Heimspiel.
Zusätzlich muss der serbische Verband 50’000 Euro bezahlen. Weitere Bussen betreffen unangemessene Botschaften, den Einsatz von Pyrotechnik und das Betreten des Spielfeldes.
Die Geldstrafen für diese zusätzlichen Vergehen belaufen sich auf insgesamt 39’500 Euro. Damit erreicht die finanzielle Belastung aus dem Verfahren 89’500 Euro.
Deutscher Verband informiert seine Anhänger
Der serbische Fussballverband hatte zunächst auf eine Ausnahme für bestimmte Zuschauergruppen gehofft.
In einer Mitteilung vom 9. Oktober stellte er einen begrenzten Stadionbesuch in Aussicht. Neben Kindern sollten rund 2’000 deutsche Anhänger die Begegnung verfolgen können.
Für die deutschen Ticketbewerber ist diese Möglichkeit inzwischen ausgeschlossen.
Der DFB informierte sie am Donnerstag über die Entscheidung und bedauerte die Folgen. Besonders betroffen sind Fans, die ihre Reise nach Belgrad bereits organisiert und Flüge oder Hotelübernachtungen gebucht haben.
Ob Kinder unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen werden können, bleibt von den konkreten UEFA-Vorgaben abhängig. Für die regulären Heim- und Gästefans gilt dagegen der Zuschauerausschluss.
Stadion Rajko Mitić bleibt ohne gewohnte Kulisse
Normalerweise gehört das Stadion Rajko Mitić zu den atmosphärisch eindrucksvollsten Fussballarenen Südosteuropas.
Die Heimstätte von Roter Stern Belgrad bietet rund 55’000 Zuschauern Platz. Besonders bei internationalen Begegnungen sorgen die serbischen Anhänger regelmässig für eine intensive Stimmung.
Am 13. November wird diese Kulisse fehlen.
Für die serbische Nationalmannschaft ist der Verlust der Heimunterstützung ein zusätzlicher Nachteil. Gleichzeitig fehlt Deutschland die Unterstützung der eigenen mitgereisten Fans.
Das Hinspiel in München gewann die DFB-Auswahl am 1. Oktober mit 2:0. Es war der erste Sieg unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp.
Deutschland braucht Punkte für den Viertelfinal
Sportlich steht die deutsche Nationalmannschaft unter erheblichem Druck.
Nach vier Spieltagen liegt Deutschland mit fünf Punkten auf Rang drei. Die Niederlande und Griechenland führen die Gruppe mit jeweils acht Zählern an.
Nur die beiden bestplatzierten Mannschaften erreichen den Viertelfinal der Nations League.
Deutschland muss deshalb in Belgrad möglichst gewinnen und gleichzeitig auf einen günstigen Verlauf der Begegnung zwischen den Niederlanden und Griechenland hoffen.
Am 16. November empfängt die DFB-Auswahl die Niederlande zum abschliessenden Gruppenspiel. Dann könnte die Entscheidung über den Viertelfinaleinzug fallen.
Für Serbien ist die Ausgangslage noch schwieriger. Die Mannschaft verlor ihre bisherigen vier Spiele und steht ohne Punkt am Tabellenende.
Auch aus Schweizer Sicht relevant
Die UEFA-Sanktion hat einen indirekten Bezug zum Schweizer Fussball.
Bereits im November 2024 sorgten Vorfälle serbischer Anhänger beim Nations-League-Spiel gegen die Schweiz für disziplinarische Konsequenzen. Damals versuchten Zuschauer, eine albanische Fahne anzuzünden.
Auch deshalb durften beim Hinspiel gegen Deutschland Anfang Oktober keine serbischen Gästefans in der Allianz Arena dabei sein.
Ein personeller Schweizer Bezug besteht zudem über YB-Verteidiger Stefan Bukinac. Der 21-Jährige gehört zum erweiterten Kreis der serbischen Nationalmannschaft.
Die erneute Sanktion zeigt, dass der europäische Verband bei rassistischen und diskriminierenden Vergehen weiterhin auf empfindliche Strafen setzt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert