Frank Schmidt verlässt Heidenheim – Ende einer Ära nach 20 Jahren

Eine aussergewöhnliche Trainerära endet im Sommer 2027: Frank Schmidt wird seinen auslaufenden Vertrag beim 1. FC Heidenheim nicht verlängern. Der 52-Jährige gab seine Entscheidung am Dienstag, 3. November 2026, bekannt. Nach fast 20 Jahren als Cheftrainer möchte er zunächst eine Pause einlegen.

Schmidt informierte Vorstandschef Holger Sanwald bereits am Montag persönlich. Bis zum letzten Saisonspiel bleibt er im Amt und will mit der Mannschaft den bestmöglichen Abschluss erreichen. Heidenheim hat nach dem Bundesliga-Abstieg derzeit 15 Punkte aus zehn Zweitliga-Partien und belegt Platz sechs.

Der Abschied betrifft auch zwei Schweizer Profis: Linksverteidiger Michael Heule kam im Sommer vom Schweizer Meister FC Thun, Stürmer Alessandro Vogt wechselte leihweise von Hoffenheim. Beide werden sich ab der Saison 2027/28 auf einen neuen Trainer einstellen müssen.

SOCCER.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Abschied: Schmidt hört am 30. Juni 2027 in Heidenheim auf.
Amtsantritt: 17. September 2007 – fast 20 Jahre beim FCH.
Begründung: Der Trainer möchte eine persönliche Auszeit.
Aktuelle Bilanz: Rang sechs, 15 Punkte aus zehn Spielen.
Was das bedeutet
Der Verein muss erstmals seit fast zwei Jahrzehnten einen neuen Cheftrainer suchen. Die frühzeitige Ankündigung verschafft der Führung Zeit für die Nachfolgeplanung; Schmidt konzentriert sich bis dahin auf die laufende Saison.

Schmidt entscheidet sich für eine Pause

Holger Sanwald hatte lange auf eine weitere Vertragsverlängerung gehofft. Nun steht fest, dass der dienstälteste Trainer im deutschen Profifussball nach Ablauf seines Arbeitspapiers aufhört. Schmidt will ab Juli zunächst Abstand vom Traineralltag gewinnen. Wie lange seine Pause dauert und ob er später eine neue Aufgabe übernimmt, liess er offen.

Sanwald bezeichnete den Abschied als Zäsur. Besonders die Konstanz und die gemeinsame Entwicklung des Vereins haben Heidenheim über Jahre geprägt. Einen Nachfolger hat der Klub noch nicht benannt.

Von der Oberliga in den Europapokal

Als Schmidt am 17. September 2007 die Mannschaft übernahm, spielte Heidenheim noch in der Oberliga. 2009 folgte der Aufstieg in die 3. Liga, 2014 der Sprung in die 2. Bundesliga. Der grösste Erfolg gelang 2023 mit dem erstmaligen Aufstieg ins Oberhaus.

In der Saison 2023/24 erreichte Heidenheim als Bundesliga-Neuling den achten Platz und qualifizierte sich dadurch für die Conference League. Ein Jahr später spielte der Klub europäisch. Trotz des Abstiegs im Sommer 2026 blieb Schmidt an Bord.

Derzeit Sechster in der 2. Bundesliga

Die laufende Saison verläuft wechselhaft. Nach zehn Runden weist der FCH vier Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen auf. Bei 17 erzielten und 18 kassierten Toren liegt die Mannschaft mit 15 Punkten auf Rang sechs.

Zuletzt blieb Heidenheim fünf Pflichtspiele ohne Sieg. Am Samstag verlor die Schmidt-Elf beim Karlsruher SC mit 1:2. Am Sonntag, 8. November, folgt das Heimspiel gegen Hannover 96.

Schweizer Heule und Vogt erleben den Umbruch

Michael Heule wechselte im August vom Schweizer Meister FC Thun nach Heidenheim und unterschrieb bis 2030. Der Linksverteidiger zählt zu den Sommerzugängen, die den Neuaufbau mitprägen sollen.

Auch Alessandro Vogt ist Teil des Kaders. Der ehemalige St.-Gallen-Stürmer kam leihweise von Hoffenheim nach Heidenheim. Beim 1:2 gegen Karlsruhe erzielte der 21-Jährige in der 88. Minute sein erstes Pflichtspieltor für den FCH.

Bis zum Saisonende will Schmidt sein Team weiterentwickeln. Danach muss Heidenheim ohne die Persönlichkeit planen, die den Verein sportlich fast zwei Jahrzehnte lang geprägt hat.

AKTUELLER STAND
2. Bundesliga 2026/27 – Gesamttabelle
3. November 2026 | Nach 10 Spieltagen
Rang / Team Sp. Diff. Pkt.
1. Hertha BSC 10 +15 28
2. Nürnberg 10 +11 21
3. Wolfsburg 10 +11 19
4. Kaiserslautern 10 +2 18
5. Magdeburg 10 +8 17
6. Heidenheim 10 −1 15
7. Bielefeld 10 +1 14
8. St. Pauli 10 0 12
9. Greuther Fürth 10 −3 12
10. Osnabrück 10 −3 11
11. Bochum 10 −3 11
12. Hannover 96 10 −6 11
13. Karlsruhe 10 −8 11
14. Cottbus 10 −2 10
15. Braunschweig 10 −2 10
16. Darmstadt 10 −10 9
17. Holstein Kiel 10 −2 8
18. Dresden 10 −8 8

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert