Ballet trifft dreimal – und fliegt vor dem Spitzenspiel vom Platz
Samuel Ballet erlebt in der türkischen Süper Lig einen aussergewöhnlichen Fussballnachmittag. Der 25-jährige Schweizer erzielt beim 5:1-Heimsieg von Amed SK gegen Eyüpspor am Sonntag, 1. November 2026, gleich drei Tore. Doch ausgerechnet nach seiner bislang besten Leistung für den Klub sieht er in der Nachspielzeit wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Damit verpasst er das Spitzenspiel gegen Galatasaray.
Der frühere Spieler des FC Zürich und des FC Winterthur trifft in der 42., 51. und 83. Minute. Zweimal ist er aus dem Spiel heraus erfolgreich, seinen dritten Treffer erzielt er per Penalty. In der Schlussphase wird der Schiedsrichter nach einem Ellbogenschlag gegen Jawad El Yamiq vom VAR zur Überprüfung geschickt und stellt Ballet vom Platz.
Für den Berner ist es der erste Hattrick in der türkischen Meisterschaft. Mit vier Saisontoren gehört er inzwischen zu den wichtigen Offensivspielern des Aufsteigers. Amed SK bleibt mit 23 Punkten auf Rang zwei, nur zwei Zähler hinter Galatasaray. Umso schwerer wiegt sein Ausfall beim bevorstehenden direkten Duell um die Tabellenspitze.
Amed dominiert – Ballet trifft vor der Pause
Im Diyarbakır-Stadion zeigen die Gastgeber von Beginn an ihre offensive Qualität. Bereits in der 13. Minute bringt Ermal Krasniqi Amed mit 1:0 in Führung.
Gift Orban erhöht nach 35 Minuten auf 2:0. Sieben Minuten später steht Samuel Ballet erstmals im Mittelpunkt.
Nach einer Kombination über Dia Saba kommt Orban rechts im Strafraum zum Abschluss beziehungsweise zur Hereingabe. Ballet reagiert am zweiten Pfosten am schnellsten und schiebt den Ball zum 3:0 ins leere Tor.
Mit diesem Resultat geht es in die Halbzeitpause.
Beim zweiten Tor lässt Ballet den Goalie stehen
Nur sechs Minuten nach Wiederbeginn folgt sein nächster Treffer.
Rayan Raveloson spielt einen präzisen Ball hinter die Abwehr. Ballet startet im richtigen Moment, läuft in den Strafraum und umspielt Torhüter Emre Bilgin.
Anschliessend schiebt der Schweizer zum 4:0 ein.
Zwei Minuten später hat Ballet beinahe einen weiteren Treffer auf dem Fuss, setzt den Ball diesmal aber an den Pfosten.
Eyüpspor verkürzt in der 73. Minute durch Ahmed Abdullahi auf 1:4. Am klaren Vorsprung der Gastgeber ändert dies wenig.
Penalty macht Ballets Hattrick perfekt
In der 82. Minute wird Yira Sor im Strafraum von Jawad El Yamiq zu Fall gebracht. Schiedsrichter Alpaslan Şen entscheidet auf Penalty.
Ballet übernimmt die Verantwortung und verwandelt in der 83. Minute sicher zum 5:1.
Es ist bereits sein vierter Saisontreffer. Vor dieser Begegnung hatte er in neun Meisterschaftsspielen erst einmal getroffen.
Die Partie scheint für den Berner damit einen perfekten Abschluss zu finden.
Ellbogenschlag verändert alles
Kurz vor Schluss wird Ballet allerdings zum zweiten Mal zur zentralen Figur.
In der 88. Minute bereitet er zunächst ein weiteres vermeintliches Tor durch Yira Sor vor. Der Treffer wird wegen Abseits aberkannt.
Bei der Überprüfung fällt jedoch eine vorausgegangene Szene zwischen Ballet und El Yamiq auf.
Der Schweizer trifft seinen Gegenspieler mit dem Ellbogen beziehungsweise Arm im Gesicht. Nach Ansicht der Videobilder entscheidet der Schiedsrichter auf Tätlichkeit.
Ballet sieht in der Nachspielzeit direkt Rot und muss das Spielfeld verlassen.
Ausgerechnet gegen Galatasaray gesperrt
Der Zeitpunkt könnte für Amed kaum ungünstiger sein. Am Samstag, 7. November, gastiert die Mannschaft beim Tabellenführer Galatasaray.
Der Istanbuler Spitzenklub, der sich im Sommer mit Rafael Leão verstärkt hat, führt die Liga mit 25 Punkten an.
Amed liegt nach zehn Partien nur zwei Zähler zurück. Ein Auswärtssieg würde den Aufsteiger an die Spitze bringen.
Trainer Besnik Hasi muss dabei auf seinen dreifachen Torschützen verzichten. Wie lange Ballet darüber hinaus fehlen wird, hängt von der disziplinarischen Beurteilung der Tätlichkeit ab.
Vom Schweizer Fussball zum türkischen Titelkampf
Samuel Ballet stammt aus der Nachwuchsabteilung der Young Boys und spielte später unter anderem für Winterthur und den FC Zürich.
Über Como und Antalyaspor führte sein Weg im Sommer 2026 zu Amed SK.
Dort hat sich der 25-Jährige einen Stammplatz erarbeitet. In zehn Meisterschaftsspielen kommt er auf vier Tore und eine Vorlage.
Sein Hattrick gegen Eyüpspor zeigt seine offensive Qualität. Die Rote Karte sorgt jedoch dafür, dass der bislang grösste persönliche Erfolg im Amed-Trikot einen bitteren Nachgeschmack erhält.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert