Muslera hält drei Penaltys – Estudiantes wirft Flamengo raus

Estudiantes de La Plata steht im Final der Copa Libertadores 2026. Die Argentinier schalten Titelverteidiger Flamengo am Donnerstagabend, 22. Oktober, im Maracanã von Rio de Janeiro mit 3:2 im Penaltyschiessen aus. Zum überragenden Spieler wird Torhüter Fernando Muslera, der gleich drei brasilianische Penaltys pariert und seiner Mannschaft den ersten Finaleinzug seit 2009 ermöglicht.

Nach dem 0:0 im Hinspiel bleibt auch das Rückspiel vor 72’492 Zuschauern torlos. Besonders bemerkenswert: Estudiantes muss ab der 50. Minute nach der Gelb-Roten Karte gegen Baltasar Rodríguez in Unterzahl spielen. Flamengo nutzt seine numerische Überlegenheit jedoch nicht und scheitert schliesslich vom Penaltypunkt.

Im Endspiel wartet Palmeiras auf die Mannschaft von Trainer Alexander Medina. Der brasilianische Spitzenklub hatte sich bereits am Mittwoch gegen Fluminense durchgesetzt. Der Libertadores-Final findet am 28. November im traditionsreichen Estadio Centenario in Montevideo statt.

SOCCER.CH INFORMIERT
Das Wichtigste auf einen Blick
Resultat: Flamengo – Estudiantes 0:0, 2:3 nach Penaltyschiessen.
Matchwinner: Fernando Muslera hält drei Penaltys.
Platzverweis: Baltasar Rodríguez sieht in der 50. Minute Gelb-Rot.
Halbfinalbilanz: Beide Begegnungen enden 0:0.
Final: Estudiantes – Palmeiras, 28. November in Montevideo.
Was das bedeutet
Estudiantes beendet die Titelverteidigung Flamengos und verhindert einen rein brasilianischen Final. Die Argentinier kämpfen um ihren fünften Libertadores-Titel, während Palmeiras die vierte kontinentale Krönung anstrebt.

Estudiantes setzt Flamengo früh unter Druck

Die Mannschaft von Alexander Medina beginnt das Rückspiel im Maracanã mutig und sucht trotz der gewaltigen Kulisse den Weg nach vorne.

Bereits in der 16. Minute sorgt Baltasar Rodríguez mit einem Distanzschuss für Gefahr. Flamengo-Torhüter Agustín Rossi lenkt den Ball noch an die Latte.

Die Brasilianer finden danach besser in die Begegnung. Pedro setzt sich mehrfach im Strafraum durch, doch Estudiantes verteidigt entschlossen und verhindert klare Abschlüsse.

Besonders die erfahrenen Marcos Rojo und Leandro González Pírez stabilisieren die argentinische Defensive.

Kurz vor der Pause muss Estudiantes allerdings Joaquín Correa verletzungsbedingt auswechseln. Für ihn kommt Tiago Palacios.

Platzverweis verändert das Halbfinal

Unmittelbar nach Wiederbeginn erlebt Estudiantes einen schweren Rückschlag.

Baltasar Rodríguez hält Samuel Lino in der 50. Minute am Trikot fest. Schiedsrichter Gustavo Tejera zeigt dem bereits verwarnten Mittelfeldspieler die zweite Gelbe Karte.

Flamengo besitzt fortan einen Mann mehr und übernimmt zunehmend die Kontrolle.

Trainer Leonardo Jardim versucht mit offensiven Wechseln zusätzlichen Druck aufzubauen. Giorgian de Arrascaeta und später Bruno Henrique sowie Gonzalo Plata sollen den entscheidenden Treffer erzwingen.

Doch Estudiantes bleibt kompakt. Die Argentinier verteidigen den eigenen Strafraum konsequent und lassen nur wenige klare Torchancen zu.

Eine gefährliche Kopfballmöglichkeit von Plata entschärft Muslera in der Schlussphase.

Nach insgesamt 180 torlosen Minuten in beiden Halbfinalspielen fällt die Entscheidung direkt im Penaltyschiessen.

Muslera pariert gegen drei brasilianische Stars

Der 40-jährige Fernando Muslera wird zum entscheidenden Mann des Abends.

Zunächst verwandeln Arrascaeta für Flamengo und José Sosa für Estudiantes ihre Versuche. Anschliessend pariert Muslera den Penalty von Jorginho.

Auch Lucas Paquetá findet gegen den uruguayischen Schlussmann keinen Weg ins Tor.

Auf argentinischer Seite treffen Eros Mancuso und Tomás Palacios. Edwuin Cetré vergibt seinen Versuch, während Léo Pereira für Flamengo erfolgreich bleibt.

Beim letzten brasilianischen Penalty tritt Bruno Henrique an. Doch erneut reagiert Muslera glänzend und sichert Estudiantes mit seiner dritten Parade den 3:2-Erfolg.

Die argentinischen Spieler stürmen auf ihren Torhüter zu und feiern den überraschenden Finaleinzug.

Palmeiras wartet im Endspiel

Bereits am Mittwoch hatte sich Palmeiras im brasilianischen Halbfinal gegen Fluminense durchgesetzt.

Nach einem 2:1-Auswärtssieg verlor Palmeiras das Rückspiel mit 0:1, gewann anschliessend jedoch das Penaltyschiessen mit 5:3.

Damit stehen sich am 28. November zwei traditionsreiche südamerikanische Vereine gegenüber.

Estudiantes gewann die Copa Libertadores bereits 1968, 1969, 1970 und 2009. Palmeiras triumphierte 1999, 2020 und 2021.

Montevideo wird Schauplatz eines historischen Duells

Für Estudiantes ist es die erste Libertadores-Finalteilnahme seit dem Titelgewinn 2009. Damals besiegten die Argentinier Cruzeiro.

Die diesjährige Finalpaarung erinnert ausserdem an 1968, als Estudiantes gegen Palmeiras seinen ersten Libertadores-Titel gewann.

Für Fernando Muslera besitzt das Endspiel eine besondere Bedeutung: Der uruguayische Torhüter könnte im eigenen Heimatland erneut zur entscheidenden Figur werden.

Flamengo dagegen muss seinen Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung begraben und sich auf die verbleibenden nationalen Wettbewerbe konzentrieren.

AKTUELLER STAND
Copa Libertadores 2026 – Halbfinals und Final
23. Oktober 2026 | Ergebnisse der Halbfinals und Finalpaarung
Begegnung Resultat Runde
Fluminense – Palmeiras 1:2 Halbfinal, Hinspiel
Palmeiras – Fluminense 0:1 Halbfinal, Rückspiel
Palmeiras – Fluminense 5:3 Penaltyschiessen
Estudiantes – Flamengo 0:0 Halbfinal, Hinspiel
Flamengo – Estudiantes 0:0 Halbfinal, Rückspiel
Flamengo – Estudiantes 2:3 Penaltyschiessen
Musleras Paraden 3 Jorginho, Paquetá, Bruno Henrique
Palmeiras – Estudiantes 28.11. Final, Montevideo
Finalstadion – Estadio Centenario, Uruguay

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert